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Hong Kong

Hong Kong TramHong Kong befindet sich an der südlichen Küste der Volksrepublik China, genau dort, wo der Perlfluss in das südchinesische Meer mündet. Wenn man von Hong Kong liest, denkt man unweigerlich als erstes an die erstaunliche Skyline mit den Wolkenkratzern auf Hong Kong Island und die unendlichen Shopping-Möglichkeiten in der Metropole rund um den Victoria Harbour. Aber auch die moderne Geschichte, die chinesische Küche und die Umgebung mit den zahlreichen umliegenden Inseln von Hong Kong haben einiges zu bieten. Insgesamt zählt Hong Kong daher zweifellos zu den schönsten Städten Asiens.

Hong Kong | Geschichte | Erster Opiumkrieg | HSBC | Japanisch-Chinesischer Krieg | Rückgabe an China |

Hong Kong Central

Blick auf Hong Kong Central und Victoria Harbour von sanfamedia.com (CC-BY-SA 3.0)

Hong Kong

Hong KongDer heutige Großraum Hong Kong wird unterteilt in die Stadtteile Hong Kong Island, Kowloon, New Territories und weiere 262 vorgelagerte Inseln, darunter auch die größeren und bewohnten Inseln Lantau und Lamma Island. Die Ausdehnung von Hong Kong erreicht 1.104 qkm, von der jedoch nur etwa 25% der Gesamtfläche bevölkert ist, diese jedoch sehr intensiv. Kowloon gehört z.B. zu den am dichtesten bewohnten Stadtteilen der Welt und ist im Vergleich zum Banken- und Regierungsviertel in Hong Kong Central deutlich asiatischer geprägt. Während die meisten Touristen nur die Sehenswürdigkeiten in der Stadt besuchen, lohnt es sich auch, das "grüne" Hong Kong und seine Inseln kennenzulernen.

Neuere Geschichte von Hong Kong

Hong-Kong CentralDie neuere Geschichte von Hong-Kong begann am 29.08.1942 mit dem Vertrag von Nanjing. Bis dahin war Kanton die einzige Stadt des chinesischen Kaiserreichs, das uneingeschränkt Handel treiben durfte. Von hier aus florierte der Handel chinesischer Waren nach Europa, insbesondere nach Großbritannien, die auf Befehl des Kaisers von China sämtlich in Silber zu bezahlen waren. Besonders beliebt bei den Briten und Europäern waren Gewürze, Tee, Seide und Porzellan. Da immer mehr Silber nach China floss, begannen die britschen Kaufleute damit, ihre Schiffe auf dem Weg gen Osten in Indien mit Opium zu beladen und dann in Kanton den Chinesen gegen Silber zu verkaufen. Als die Zahl der Opiumabhängigen in China explosionsartig angewachsen war, ließ der Kaiser von China am 03.06.1839 durch seinen kaiserlichen Hofbeamten Lin Zexu (1785 - 1850) einige britische Kaufleute verhaften und mehr als 20.000 Kisten Opium ins Meer werfen.

Erster Opiumkrieg und Vertrag von Nanjing

Hong Kong CentralEs folgte der 1. Opiumkrieg zwischen Großbritannien und China, aus dem die Briten als Sieger hervorgingen und am 26.01.1841 den Union Jack auf Hong Kong Island hissten. Am 29.08.1842 einigten sich die beiden Länder schließlich im Vertrag von Nanjing, dass neben Kanton weitere vier Häfen für britische Kaufleute geöffnet werden und Hong Kong "auf immer und ewig an die Britische Majestät, Ihre Erben und Nachfolger" abgetreten wird. Einer dieser Häfen befand sich in Shanghai. Darüber hinaus wurde Großbritannien offiziell das Recht eingeräumt, in China mit Opium zu handeln. Am 16.06.1843 wurde Hong Kong offiziell zur britischen Kronkolonie erklärt und Sir Henry Pottinger zum 1. Gouverneur von Hong Kong ernannt. Sir Henry Pottinger war es auch, der den Vertrag von Nanjing aushandelte, durch den der Krieg beendet wurde und Englands Aufstieg zur führenden Kolonialmacht in Ostasien einläuten sollte.

Hong Kong

Blick auf die Einfahrt zum Victoria Harbour zwischen Hong Kong Island und Kowloon

Hong Kong & Shanghai Banking Corporation (HSBC)

HSBC in Hong Kong CentralIm Verlauf der nächsten Jahrzehnte bauten die Briten ihren Stützpunkt auf Hong Kong Island zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum aus und lockten immer mehr Investoren auf die Insel, hauptsächlich mit niedrigen Steuern und Zöllen. Dies führte schließlich zur Gründung der Hong Kong & Shanghai Banking Corporation Ltd. in 1865, die sich immerhin zu einer der größten Banken der Welt entwickelte. Am 09.06.1898 wurde der Vertrag von Nanjing zwischen China und Großbritannien derart erweitert, dass die Briten die New Territories sowie die 236 vorgelagerten Inseln vor Hong Kong Island für 99 Jahre pachteten.

Japanisch-Chinesischer Krieg

Macao TowerDer wirtschaftliche Aufschwung Hong Kongs wurde nur durch den Ausbruch des japanisch-chinesischen Kriegs in 1937 unterbrochen. Etwa 750.000 Chinesen flohen damals vor den Japanern nach Hong Kong und hofften, dort vor den japanischen Invasoren sicher zu sein. Am 08.12.1941 besetzten die Japaner jedoch auch diese Region, so dass erneut eine große Menschenmenge fliehen musste, dieses Mal nach Macau. Natürlich verließen auch die meisten Investoren aus Großbritannien und dem Rest der Welt die Region, um sich vor den Japanern in Sicherheit zu bringen. Mit dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima endete auch der japanisch-chinesische Krieg und Kong Kong wurde von den Invasoren wieder befreit. Eine weitere Fluchtwelle gab es wieder 1949 mit der Gründung der Volksrepublik China und der Verhängung eines Handelsembargos gegen China durch die UNO.

Rückgabe Hong Kongs an China

Banken in Hong-Kong-CentralWährend der Verwaltung durch die Briten wurde aus dem ehemals unbewohnten Areal auf Hong Kong Island ein internationales Handels- und Finanzzentrum, dessen Wolkenkratzer in Hong Kong Central noch heute eine der schönsten Skylines der Welt bilden. Nichtsdestotrotz mussten die Briten erkennen und sich eingestehen, dass ihre ehemalige Kolonie "Hong Kong" ohne die gepachteten Gebiete auf dem Festland nicht überlebensfähig war und das Ende des Pachtvertrages war schon absehbar. Nach langen und zähen Verhandlungen zwischen China und Großbritannien besiegelten die Parteien schließlich im Jahre 1984 das sog. Hong Kong Abkommen. Darin wurde vereinbart, dass sowohl die abgetretenen als auch die darüber hinaus gepachteten Gebiete von Hong Kong in der Nacht vom 30.06.1997 zum 01.07.1997 an China zurückgegeben werden. China sicherte in dem Hong Kong Abkommen immerhin zu, das demokratisch marktwirtschaftliche System in Hong Kong mindestens 50 Jahre neben dem kommunistischen System der Volksrepublik China fortzuführen. Heute fragt man sich, wer hier erfolgreicher verhandelt hat.





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